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Doppelte Buchführung

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Doppelte Buchführung Artikel

Die doppelte Buchführung, auch kaufmännische Buchführung, ist die in der privaten Wirtschaft vorherrschende Art der Finanzbuchhaltung. Jede Buchung betrifft zwei Konten, jeweils eine Buchung auf der S-Seite, eine zweite auf der H-Seite (daher: doppelte Buchführung) (siehe unten).

Am Jahresende bzw. am Ende eines Wirtschaftsjahres wird sie mit einer Bilanz abgeschlossen. Bei Geschäftseröffnung wird eine Eröffnungsbilanz erstellt.

Die doppelte Buchführung ist in Deutschland für Kaufleute vorgeschrieben, also auch für alle Kapitalgesellschaften. Freiberufler und Kleingewerbebetriebe können auch die einfache Einnahme/Überschussrechnungsbuchhaltung wählen, soweit sie nichtins Handelsregister eingetragen sind. Die doppelte Buchführung ermöglicht aber einen genaueren Überblick über die Geschäftsverhältnisse. In der öffentlichen Verwaltung wird noch die Kameralbuchhaltung benutzt, es sind jedoch Bestrebungen in dem Gange, auch hier auf die doppelte Buchführung überzugehen, die dort häufig als Doppik genannt wird.

"Doppelte Buchführung" wurde von dem italienischen Mathematiker Luca Pacioli (1445-1517) unter dem Begriff "Venezianische Methode" zuerst in dem Jahre 1494 in seinem Buch Summa de Arithmetica, Geometria, Proportioni et Proportionalita publiziert. 1994 fanden anlässlich des 500. Jahrestages umfangreiche Jubiläumsveranstaltungen statt.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht. Für Väter Die postitiven Rezensionen sind absolut berechtigt. Tolles Buch. Möchte ca. ergänzend darauf hinweisen, dass es insb. auch für Väter (oder auch Mütter!) geeignet ist, welche sich dem Thema gerne auch rational nähern möchten und wenig Lust auf pastellfarbene, gefühlsduselige Papi-Handbücher haben.

Grundlagen der doppelten Buchführung

Die doppelte Buchführung unterteilt die Finanzen der Firma in Konten. Diese sind wiederum in eine Soll- (S) und Habenseite (H) unterteilt:

Der Buchhalter unterscheidet folgende Arten von Konten:

1. Bestandskonten (die Bestände an Gütern und Geld erfassen, also erfolgsneutrale Vorgänge):
a) aktive Bestandskonten (erfassen Aktiva, also die Verwendung von Kapital)

Konten, die dem Vermögen zugeordnet werden, werden als Aktivkonten genannt. Auf den Aktivkonten wird somit in dem Prinzip aufgezeichnet, wie die finanziellen Mittel der Unternehmung benutzt sind. Die Aktivkonten werden normalerweise auf der linken Seite geführt.

b) passive Bestandskonten (erfassen Passiva, also die Herkunft von Kapital)

Konten, die dem Eigenkapital und Verbindlichkeiten zugeordnet werden, entsprechend als Passivkonten.Auf den Passivkonten wird aufgezeichnet, wo die finanziellen Mittel herstammen. Die Passivkonten werden normalerweise auf der rechten Seite geführt.

2. Erfolgskonten (die erfolgs- also gewinnwirksame Vorgänge erfassen):
a) Aufwandskonten (Aufwand wird in dem Soll des entsprechenden Kontos gebucht)
b) Ertragskonten (Ertrag wird in dem Haben des entsprechenden Kontos gebucht)

Beim Jahresabschluss werden alle Bestandskonten gegen das Bilanzkonto saldiert (Saldo wird vom jeweiligen Bestandskonto auf das Bilanzkonto gebucht) und sämtliche Erfolgskonten gegen das Gewinn- und Verlustrechnungskonto oder kurz G u V.

Jede Buchung betrifft zwei Konten, jeweils eine Buchung auf der S-Seite, eine zweite auf der H-Seite.

Doppelte Buchführung Beschreibung

Die Konten in der doppelten Buchführung ähneln dem Buchstaben T (daher auch: T-Konten)

Buch-Tipp: Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von den Anfängen bis zum Mittelalter. 5 CDs Danke Ich muss mich an dieser Stelle bei allen vorherigen Rezensenten bedanken. Denn ca. auf Grund der guten Bewertungen dieses Hörbuchs habe ich diesen Titel erworben. Ich bin ein ziemlicher Geschichtlaie, da in meiner Schulzeit der Geschichtslehrer nicht wirklich der beste seiner Zunft gewesen ist. Daher wollte ich schon stets ein "Einsteigerwerk"...

Geschäftseröffnung

Bei der Eröffnung einer GmbH überweisen die Gesellschafter das Stammkapital, mindestens € 25.000, auf das Bankkonto der neuen Firma. Das Bankkonto wird als Aktivkonto geführt. Bei Aktivkonten werden Zahlungseingänge unter S gebucht, Auszahlungen unter H. Dies ist eine Konvention, die umgekehrt zu den Buchungen der Bank geführt wird und zunächst der Intuition zuwiderläuft! Die € 25 Tausend müssen also unter S gebucht werden.

Dem Aktivkonto muss ein Passivkonto gegenüberstehen, da die Buchung doppelt ausgeführt werden muss. Dies ist das Stammkapital-Konto. Auf Passivkonten werden Eingänge unter H gebucht, Abbuchungen unter S, also exakt umgekehrt zu den Aktivkonten.


Aktivseite Passivseite
Bankkonto Stammkapital
S H S H
25.000 25.000


Buch-Tipp: Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von der Renaissance bis heute. 4 CDs Genial Der erste Teil ist für Kinder noch besser zu hören, doch dieser hier hilft auch den Eltern, sich fit für Nachfragen zu machen. Auch werden die Geschichtskenntnisse unabhängiger davon, wie mehr oder weniger interessant der diesjährige Geschichtslehrer war. Beim Wiedererkennen der Stichworte horchen sie schon auf, und das Wesentliche kann...

Eröffnungsbilanz

Auf der Aktiv- und Passivseite werden die S und H-Spalten addiert und dann die Differenz gebildet. Die Differenz zwischen S und H auf der Aktivseite entspricht der Differenz zwischen H und S auf der Passivseite. Dies ist das Vermögen der Firma. Es muss in beiden Fällen stets gleich sein.


Eröffnungsbilanz
Aktivseite Passivseite
====
25.000
====
0
====
0
====
25.000
25.000 25.000


Die GmbH hat also ein Vermögen von € 25.000. Bei der Bilanz werden die Beträge auf Aktivseite und Passivseite aufgeteilt, die Aktivseite in Anlagevermögen und Umlaufvermögen, die Passivseite in Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten (weitere Aufteilungen siehe unter Bilanz).


Aktiva
A. Anlagevermögen
B. Umlaufvermögen
I.Vorräte
II.Forderungen
III. Guthaben
1. Bankkonten: EUR 25.000
----------
Summe: EUR 25.000
Passiva
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
1. Stammkapital: EUR 25.000
B. Rücklagen
C. Verbindlichkeiten
----------
Summe: EUR 25.000


Buch-Tipp: Harry Potter und der Halbblutprinz (Band 6) unvermeidbar Eigentlich ist eine Rezension im Fall nicht nötig, denn wer die ersten 5 Bänder gelesen hat, wird sich auch aufjedenfall den 6ten kaufen! Allerdings sollte jeder der es noch nicht gelesen hat, auch unbedingt vermeiden, mehr als nötig darüber zu lesen, denn mir wurde leider das ende schon in dem vorhinein erzählt, und zu plötzlich...

Geschäftsverlauf

Im Folgenden bleibt der Übersichtlichkeit halber die Umsatzsteuer unberücksichtigt. Die GmbH mietet zunächst Geschäftsräume, bezahlt eine Kaution von € 5 Tausend und die erste Miete von € 1000. Anschließend kauft sie Waren in dem Wert von € 10 Tausend ein und liefert je die Hälfte an zwei Kunden aus. Sie stellt an beide Kunden eine Rechnung in dem Wert von jeweils € 8000. Der erste Kunde bezahlt, die Forderung an den zweiten Kunden steht noch aus.

Buch-Tipp: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Band 7) Um ausführliche Informationen zum Buch "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Band 7)" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Konteneröffnungen

In der Buchhaltung werden jetzt weitere Konten eingerichtet. Aufgrund der doppelten Buchung auf S und H gilt folgendes:

  • Sind beide Konten auf der Aktivseite oder beide auf der Passivseite, bleibt die Bilanz und damit das Firmenvermögen unbeeinflusst.
  • Ist ein Konto auf der Aktiv- und eines auf der Passivseite, so wird das Vermögen beeinflusst.

Nach diesen Regeln können Konten auf die Aktiv- oder Passivseite eingeordnet werden. Die Kautionszahlung wird vom Bankkonto vorgenommen. Sie beeinflusst das Firmenvermögen nicht, da sie gegebenenfalls ja zurückgezahlt wird. Da das Bankkonto Aktivkonto ist, muss auch das andere Konto, Gegenkonto genannt, für die Kaution ein Aktivkonto sein.

Auch die Mietzahlung wird vom Bankkonto aus vorgenommen. Sie schmälert jedoch das Vermögen. Das Gegenkonto ist also ein Passivkonto.

Die folgenden Konten werden angelegt (d.h. eröffnet):

  • Kautionen (Aktivkonto)
  • Mieten (Passivkonto)
  • Lagerbestand (Aktivkonto)
  • Lieferungen (Passivkonto)
  • Lieferantenforderungen (Passivkonto)
  • Kundenforderungen (Aktivkonto)
  • Umsatz (Passivkonto)
Buch-Tipp: Kinderjahre Fachkompetenter Überblick Kinderjahre von Remo Largo ist wirklich ein gutes Buch, wenn man mehr über die individuelle Entwicklung in den ersten Lebensjahren erfahren möchte. Largo hat keinen Erziehungsratgeber geschrieben, sondern eine fachkompetente Aueinandersetzung mit biologischen und psychologischen Entwicklungsschritten, die auch Eltern Aufschluss...

Buchungen

Insgesamt ergeben sich in dem Beispiel die folgenden Geschäftsvorfälle, die jeweils doppelt gebucht werden müssen:

  1. Zahlung der Kaution von € 5 Tausend vom Bankkonto
  2. Mietzahlung von € 1 Tausend vom Bankkonto
  3. Wareneingang in dem Wert von € 10.000
  4. Bezahlung der Lieferantenrechnung (€ 10.000) vom Bankkonto
  5. Auslieferung von Waren in dem Einkaufswert von € 5 Tausend an Kunde 1
  6. Auslieferung von Waren in dem Einkaufswert von € 5 Tausend an Kunde 2
  7. Rechnungsstellung von € 8 Tausend (Verkaufswert) an Kunde 1
  8. Rechnungsstellung von € 8 Tausend (Verkaufswert) an Kunde 2
  9. Kunde 1 begleicht die Rechnung, Zahlungseingang (€ 8000) auf das Bankkonto


Buchführung
Aktivseite Passivseite
Bankkonto Stammkapital
S H S H
25 Tausend (S) 5 Tausend (1) 25 Tausend (S)
8 Tausend (9) 1 Tausend (2)
10 Tausend (4)
Kautionen Mieten
S H S H
5 Tausend (1) 1 Tausend (2)
Lagerbestand Lieferantenforderungen
S H S H
10 Tausend (3) 5 Tausend (5) 10 Tausend (4) 10 Tausend (3)
5 Tausend (6)
Lieferungen an Kunden
S H
5 Tausend (5)
5 Tausend (6)
Forderungen von Kunden Umsatz
S H S H
8 Tausend (7) 8 Tausend (9) 8 Tausend (7)
8 Tausend (8) 8 Tausend (8)
Summen
====
74.000
====
44.000
====
11.000
====
41.000
30.000 30.000


Jemand, der in dem Bilanzlesen geübt ist, erkennt sofort:

  1. Die Kautionszahlung beeinflusst die Bilanz nicht (beide Konten auf der Aktivseite)
  2. Die Mietzahlung verringert das Firmenvermögen (Bankkonto auf Aktiv-, Mieten auf Passivseite)
  3. Es bestehen Kautionsforderungen von € 5000
  4. Die Mietaufwendungen betragen € 1000.
  5. Das Bankkonto weist ein Plus von € 17 Tausend auf (Aktivkonto, Differenz zwischen S und H)
  6. Das Stammkapital beträgt € 25 Tausend (Passivkonto, Differenz zwischen H und S)
  7. Das Lager ist leer (die Beträge von S und H in dem Lagerbestand sind gleich)
  8. Alle Forderungen der Lieferanten wurden bezahlt (Konto: Lieferantenforderungen)
  9. Es besteht eine offene Kundenforderung, meist eine offene Rechnung, von € 8 Tausend (Differenz zwischen S und H auf dem entsprechenden Aktivkonto)
  10. Es wurden Waren in dem Wert von € 10 Tausend geliefert (Konto: Lieferungen an Kunden)
  11. Es wurden Umsätze in dem Wert von € 16 Tausend getätigt (Konto: Umsatz)

Die doppelte Buchführung erlaubt daher eine detaillierte Erfolgskontrolle. Es lassen sich beliebig viele Einzelkonten führen (beispielsweise Stromkosten, Forderungen an einen bestimmten Lieferanten usw.).

Ein- und Verkäufe werden mehrmals gebucht und spiegeln so den Geschäftsablauf genau wider:

  1. Eine Eingangslieferung wird zweimal gebucht, einmal beim Eintreffen der Ware unter S auf das Lagerbestandskonto und unter H auf das Lieferantenforderungskonto, dann beim Begleichen der Rechnung unter S auf dieses Konto und unter H auf das Bankkonto.
  2. Ein Verkauf wird ebenfalls mehrmals gebucht, einmal bei Auslieferung unter H in Lagerbestand und unter S in Lieferungen, dann bei Rechungsstellung unter S in Forderungen und unter H in Umsatz, danach bei Bezahlung unter H in Forderungen und unter S auf dem Bankkonto.
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Bilanz und Gewinn

Addiert man S und H auf beiden Seiten und bildet die Differenz, so ergibt sich sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite ein Plus von € 30.000. Die Differenz muss stets gleich sein, sonst liegt eine Fehlbuchung vor.


Bilanz
Aktivseite Passivseite
====
74.000
====
44.000
====
11.000
====
41.000
30.000 30.000


Bei der Bilanz werden die nicht ausgeglichene Konten auf die Bilanzkonten umgebucht. In dem Beispiel weist das Bankkonto € 17 Tausend (Aktivkonto, Differenz zwischen S und H), das Kautionskonto € 5 Tausend und das Forderungskonto € 8 Tausend aus.

Auf der Passivseite werden die Mieten, Lieferungen und der Umsatz auf das Gewinn- und Verlustkonto (GuV) gebucht:


Bilanzumbuchungen auf der Passivseite
GuV-Konto
S H
1 Tausend (1) 16 Tausend (3)
10 Tausend (2)
Mieten
S H
1.000 1 Tausend (1)
Lieferungen an Kunden
S H
5.000 10 Tausend (2)
5.000
Umsatz
S H
16 Tausend (3) 8.000
8.000


Mieten, Lieferungen an Kunden und Umsatz sind jetzt ausgeglichen. Das Passivkonto GuV weist einen Bestand (Unterschied zwischen H und S) von € 5 Tausend aus. Die Bilanz ergibt sich dann zu:


Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlagen
1. Geleistete Kautionen: EUR 5.000
B. Umlaufvermögen
I.Vorräte
II.Forderungen
1. Forderungen aus LuL: EUR 8.000
III.Guthaben
1. Bankkonten: EUR 17.000
----------
Summe: EUR 30.000
Passiva
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
1. Stammkapital: EUR 25.000
II. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
1. GuV-Konto: EUR 5.000
B. Rücklagen
C. Verbindlichkeiten
----------
Summe: EUR 30.000


Buch-Tipp: Schüßler-Salze. Großer GU Kompass Gutes Nachschlagewerk Sehr übersichtliche und verständliche Erklärungen zu den einzelnen Salzen. Anhand des Stichwortverzeichnisses kann man alle Beschwerden sofort finden und auch behandeln.

Geschäftserfolg

Die Bestimmung des (monetären) Geschäftserfolges geschieht durch den Vergleich der Eigenkapitale zweier Geschäftsjahre bzw. zweier Bilanzen. Der Jahreserfolg ist zu ermitteln durch den Eigenkapitalvergleich von Eröffnungs- und Schlussbilanz. Mögliche Ergebnisse sind Eigenkapitalmehrung (Gewinn) und Eigenkapitalminderung (Verlust). Privateinlagen und -entnahmen in dem Laufe des Geschäftsjahres bleiben unberücksichtigt.

Buch-Tipp: Tagebuch. Die endgültige deutschsprachige Fassung. pflichtlektüre dieses buch ist erschütternd und so authentisch das es fast schon unerträglich ist. aus diesem buch könnten viele leute wirklich noch etwas über menschlichkeit lernen.

Buchführungspflicht und ordnungsgemäße Buchführung

Nach §238 HGB besteht für jeden Gewerbetreibenden Buchführungspflicht. Für Kleingewerbetreibende, die einen Jahresumsatz von € 260 Tausend oder einen Jahresgewinn von € 25 Tausend unterschreiten, besteht diese Verpflichtung nicht.
Bei Nichteinhaltung der Buchführungspflicht kommt es zur Schätzung der Besteuerungsgrundlage durch das Finanzamt. [1] (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/hgb/__238.html)

Nach §140 und §141 AO besteht auch für andere Unternehmen Buchführungspflicht.

[2] (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/ao_1977/__140.html) [3] (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/ao_1977/__141.html)

Ein Dritter muss sich in angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und Geschäftslage verschaffen können. Dazu müssen die "Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung" (GoB) beachtet werden. Sie verlangen, dass die Buchführung

  • klar und übersichtlich sowie
  • zeitnah, vollständig und richtig

durchgeführt wird. Ebenso darf

  • keine Aufrechnung von Aufwendungen und Erträgen

vorgenommen werden (Saldierungsverbot). Außerdem gilt der Grundsatz:

  • Keine Buchung ohne Beleg.

Für die Unterlagen besteht eine Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren.

Ausblick

In der doppelten Buchführung lassen sich beliebig viele Konten eröffnen. Damit ist jeder gewünschte Detaillierungsgrad bei der Abbildung der Unternehmensprozesse möglich. Normalerweise gibt es für jede Branche Standard-Kontenrahmen, die mehrere hundert Einzelkonten umfassen können.

Auch Umsatzsteuer-, Rücklagen- und Abschreibungskonten sind kein Problem. Konten können bei Bedarf in Unterkonten aufgeteilt werden. Die Aufteilung des Kundenforderungskonto auf der Aktivseite in so genannte Debitorenkonten und des Lieferantenkontos in Kreditorenkonten ergibt die Kontokorrentbuchhaltung . Jeder Kunde und jeder Lieferant erhält sein eigenes Konto, ausstehende Forderungen lassen sich einfach zuordnen. Auch die Zahlungsmoral kann leicht ermittelt werden.

Konten lassen sich abschließen, wenn auf der S und H Seite derselbe Betrag steht, das Konto also ausgeglichen ist. Zu dem Ausgleich kann auf der betragsmässig kleineren Seite ein Betrag auf ein Gegenkonto gebucht werden, bevor das Konto abgeschlossen wird. Wird die Kaution in dem obenstehenden Beispiel vom Vermieter zurückgezahlt, werden € 5 Tausend auf der H-Seite des Kautionskontos und auf der S-Seite des Bankkontos verbucht. Das Kautionskonto kann dann abgeschlossen werden.

Ist der Vermieter zahlungsunfähig, muss die Kaution eventuell abgeschrieben werden. Hierzu wird ein passives Abschreibungskonto eröffnet. Die Buchung vom aktiven Kautionskonto auf die S-Seite des passiven Abschreibungskontos verringert die Bilanz, das Geld ist ja verloren. Nach der Abschreibung ist das Kautionskonto wiederum ausgeglichen und kann abgeschlossen werden.


Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen!


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